Die Gewinner des Deutschen Computerspielpreises 2020 stehen fest

Am 27.04.2020 wurde der diesjährige Deutsche Computerspielpreis verliehen. Allerdings nicht wie geplant im Münchner Löwenbräukeller, sondern im Netz per Livestream. Die Gewinner, darunter Anno 1800 als Bestes Deutsches Spiel und Through the Darkest of Times als Bestes Serious Game, durften sich so trotz Corona über ihren Preis freuen.

Die Corona-Pandemie ging auch am Deutschen Compuerspielpreis 2020 nicht spurlos vorbei: Moderatorin Barbara Schöneberger und YouTuber Nino Kerl führten von einem Studio aus per Livestream durch das Programm. Staatsministerin Dorothee Bär, Bundesminister Andreas Scheuer und game-Geschäftsführer Felix Falk meldeten sich per Videobotschaft an das Publikum. Die Laudatoren, darunter Fahri Yardım, Smudo, Uke Bosse, Maxi Gräff, Viola Tensil und die YouTuber von Senioren Zocken, verkündeten die jeweiligen Gewinner vom Wohnzimmer aus. Auch die Preisträger waren nicht persönlich anwesend, sondern wurden live zugeschaltet.

Der Preis für das Beste Deutsche Spiel und damit 100.000 Euro Preisgeld gehen an Ubisoft Mainz für ihr Aufbauspiel Anno 1800. Den Sonderpreis der Jury  konnte sich Foldit sichern, ein experimentelles Computerspiel, das der Wissenschaft bei der Optimierung von Proteinen helfen soll und so einen Beitrag zur Bekämpfung des Corona-Virus leisten soll. In den 15 Kategorien wurden insgesamt Preisgelder in Höhe von 590.000 Euro verliehen. Nicht nur die jeweiligen Gewinner, auch die Nominierten durften sich über eine Finanzspritze für ihre Projekte freuen.

Die komplette Verleihung könnt ihr in der Aufzeichnung des Livestreams anschauen:

 

Hier die Preisträger 2020 im Überblick:

Bestes Deutsches Spiel (dotiert mit 100.000 Euro)

  • Anno 1800 (Ubisoft Mainz / Ubisoft)

Die weiteren zwei Nominierten in dieser Kategorie erhalten jeweils 25.000 Euro:

  • Sea of Solitude (Jo-Mei / Electronic Arts)
  • Through the Darkest of Times (Paintbucket Games / HandyGames)

Bestes Familienspiel (dotiert mit 75.000 Euro)

  • Tilt Pack (Navel / Super.com)

Nachwuchspreise – Bestes Debüt (dotiert mit 40.000 Euro)

  • The Longing (Studio Seufz / Application Systems Heidelberg)

Nachwuchspreise – Bester Prototyp (dotiert mit 35.000 Euro)

  • Couch Monsters (Laurin Grossmann, John Kees, Marie Maslofski, Dennis Oprisa, Luca Storz, Jaqueline Vintonjek – HTW Berlin)

Die weiteren vier Nominierten in dieser Kategorie erhalten jeweils 20.000 Euro:

  • Echoes of Etrya (Nik Douglas, Sylvia Exner, Lisa Günther, Robin Hentschel, Silvan Koch, Pia Krensel, Jacob Menz, Melina Stratmann, Soren Wagner – S4G School for Games)
  • Prim (Oskar Alvarado, Bryan Atkinson, Jonas Fisch, Florian Genal, Michael Kenny, Maria Pendolino, Sascha Schneider – CMMN CLRS)
  • Sonority (Franca Bittner, Marvin Clauß, Nadine Harter, Şahin Kablan, Madeline Reinaldo Mendoza, Lisa Nonnemacher, Clemens Sandner, Alice Schlotterbeck, Elisa Schorrig, Willi Schorrig, Vladyslav Trutniev – HdM Stuttgart)
  • Wild Woods (Nadja Clauberg, Moritz Heinemeyer, Johannes Kutsch, Eric Massenberg, Marcus Meiburg – HAW Hamburg)

Beste Innovation und Technologie (dotiert mit 30.000 Euro)

  • Lonely Mountains: Downhill (Megagon Industries / Thunderful Publishing)

Beste Spielewelt und Ästhetik (dotiert mit 30.000 Euro)

  • Sea of Solitude (Jo-Mei / Electronic Arts)

Bestes Gamedesign (dotiert mit 30.000 Euro)

  • Anno 1800 (Ubisoft Mainz / Ubisoft)

Bestes Serious Game (dotiert mit 30.000 Euro)

  • Through the Darkest of Times (Paintbucket Games / HandyGames)

Bestes Mobiles Spiel (dotiert mit 30.000 Euro)

  • Song of Bloom (Kamibox)

Bestes Expertenspiel (dotiert mit 30.000 Euro)

  • Avorion (Boxelware)

Bestes Internationales Spiel (undotiert)

  • Star Wars Jedi: Fallen Order (Electronic Arts)

Bestes Internationales Multiplayer-Spiel (undotiert)

  • Apex Legends (Electronic Arts)

Spielerin/Spieler des Jahres (undotiert)

  • Gob b (Fatih Dayik)

Bestes Studio (dotiert mit 30.000 Euro)

  • Yager Development (Berlin)

Sonderpreis der Jury (undotiert)

  • Foldit

Publikumspreis (undotiert)

  • The Witcher 3: Wild Hunt für Nintendo Switch (CD Projekt RED / Bandai Namco)

Quelle: deutscher-computerspielpreis.de

Taugen Games als Schulersatz?

Die Schulen in Deutschland bleiben noch einige Zeit geschlossen. Eltern haben jetzt das Problem, ihre Kinder zum Lernen zu motivieren. Können Videospiele hier helfen?

Die Osterferien sind rum, aber Deutschlands Schüler müssen weiter zuhause sitzen und alleine pauken. Bei den Älteren sollte eine gewisse autodidaktische Selbstverantwortung erwartet werden können, das kommt auch bei einem eventuellen Studium auf sie zu. Das Problem sind vor allem Grundschüler, die erst dabei sind, dich eine Lernkultur anzueignen.

Kindern etwas beizubringen, ist am einfachsten, wenn es spielerisch passiert. Dabei helfen Brettspiele, Rollenspiele oder Spiele in der Natur. Videospiele werden hingegen noch immer eher selten mit Pädagogik assoziiert. Zumindest in Deutschland, denn in den USA beispielsweise, gehören “Educational Games” zum Lehrplan. Gerade in der Coronakrise hätte das auch bei uns geholfen.

Zwar existieren auch in Deutschland Lernspiele für den PC, aber diese sind häufig nicht sehr ansprechend. Deutlich effektiver ist es nach meiner Erfahrung, den Lieblings-Titeln der Kinder, einen pädagogischen Touch zu verleihen. Eine Art umgekehrtes Gamification, also statt spielerische Aspekte in einen neuen Kontext zu setzen, setzen wir Lernaspekte in den Kontext Videospiele.

Die besten Spiele mit pädagogischem Anspruch

Hier einige Beispiele von passenden Games, die sich gut umfunktionieren lassen, die mir spontan eingefallen sind:

Animal Crossing: New Horizons

Animal Crossing ist perfekt für Kinder, die gerade das Lesen lernen, denn es gibt keine Sprachausgabe. Zudem werden Kenntnisse aus den Bereichen Biologie, Mathematik und Wirtschaft vermittelt.

Assassin’s Creed: Origins

Im Prinzip eignet sich jedes Spiel der Serie, aber Origins hat einen speziellen Modus, der Kämpfe beseitigt und zum Erkunden der Umgebung einlädt.

Dr. Kawashimas Gehirnjogging

Eher für etwas Ältere geeignet. Die von Wissenschaftlern entwickelte Aufgaben sind sind schön präsentiert und motivieren, immer wieder die eigenen Ergebnisse zu verbessern.

Dreams

Dreams geht weiter als die meisten Level-Creator. Nutzer können eigene Musik und andere Assets importieren und so individuelle Träume erschaffen.

Minecraft

Weniger Fähigkeiten als Entwickler, aber genauso viel Kreativität sind in Minecraft gefragt. Ähnlich wie in Animal Crossing werden auch hier diverse Fähigkeiten geschult.

Und hier noch einige Beispiele von Experten, namentlich der Stiftung Digitale Spiele Kultur (für deren komplette Liste einfach dem Link folgen), die den Spielen gleich spezifischen Schulfächern zugeordnet haben:

Age of Empires 3

Geschichte, Politik, Wirtschaft

Anno

Politik, Wirtschaft

Bridge Constructor Portal

Physik

Child of Light

Kunst, Storytelling

Detroit: Become Human

Ethik

Wir haben uns schon einmal die Frage gestellt, was wir am besten mit unseren Kindern spielen. Wen interessiert, welche Auswirkungen Gaming auf unser Gehirn hat, für den haben wir auch einen Artikel.

Hier noch zwei Essays zum Thema Coronakrise:

Das sind die Chancen der Coronakrise

6 Dinge die wir in der Quarantäne tun können um fit zu bleiben

Ausgangssperre: 6 Dinge die wir in Quarantäne tun können um fit zu bleiben

Ring Fit Adventure für die Nintendo Switch ist ausverkauft. Aber wie können wir Körper und Geist in Zeiten des Coronavirus sonst noch pflegen, um in einigen Tagen nicht als Zombies aus der Quarantäne zu schlurfen?

In meinem letzten Artikel habe ich dafür plädiert, an uns selbst zu arbeiten, solange wir soziale Kontakte einschränken müssen. Inzwischen ist die Lage noch prekärer. Die verhängte Ausgangssperre, zwingt uns alle in Quarantäne. Es ist essentiell, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen und einen strukturierten Alltag zu schaffen.

Videospiel-Nerds und Sozial-Phobiker sind für die Corona-Krise bestens gerüstet, denn sie sind damit vertraut, sich zumindest zeitweise zuhause einzuschließen. Für andere ist die Situation neu. In Gefangenschaft und ähnlichen Situationen ist es wichtig, die Moral aufrecht zu halten und sich zu pflegen. Wenn wir in einigen Tagen wieder ins Freie treten, wollen wir Menschen sehen, die bereit für einen Neuanfang sind, keine blassen Zombies mit Flecken auf der inzwischen zu engen Jogginghose, die wie Vampire in die Sonne blinzeln.

Hier sind 6 Tipps, wie ihr trotz Corona nicht die Nerven verliert:

1. Sport

Auch ohne Ring Fit Adventure oder andere Fitness-Games, ist es möglich, daheim Sport zu trieben. Wer Übungen sucht, findet im Netz unzählige Trainingsprogramme. Gibt es in der eigenen Wohnung keine Sportgeräte, heißt das Geheimnis Eigengewicht: Schon 100 Liegestütz am Tag wirken wunder für Muskulatur und Körperspannung.

2. Meditieren

Für viele leider noch immer mit Schneidersitz, Ommm und Frauen in Yoga-Hosen verbunden. Meditation ist nichts anderes, als das Leeren des Geistes – eine simple Konzentrationsübung. Als fege man mit einem Besen durch seinen Kopf. Ideal, um das Oberstübchen für Gedanken frei zu machen, die nichts mit Viren und Weltuntergang zu tun haben. Beugt vor gegen Krankheiten und Depressionen.

3. Gesunde Ernährung

Bei aller Liebe zum Hamsterkauf: von Nudeln, Fertigpizza und Klopapier alleine, sollte sich niemand ernähren. Obst und Gemüse braucht der Mensch, zur Not aus Dosen. Und wenn einige exotische Früchte nicht mehr im Handel verfügbar sind, muss es eben der gute, alte Apfel tun, der sich in der Regel auch noch eine Weile hält. Hilft übrigens auch, um bei Gaming-Sessions über mehrere Stunden hinweg reaktionsschnell zu bleiben.

4. Sonne

Dieser Punkt ist, je nach Wohnsituation, mehr oder weniger schwierig umzusetzen. Wer einen Garten oder zumindest einen Balkon hat, kann sich die Sonne auf den Wanst scheinen lassen. Ansonsten lässt sich noch immer vor dem Fenster ein Kissen platzieren. Die Strahlen machen uns nicht nur schön braun, sondern versorgen uns auch mit dem wichtigen Vitamin D.

5. Lesen

Ist der Körper gestählt und gereinigt, gilt es, den Geist zu füllen. Für viele ist die Quarantäne gleichbedeutend mit der Möglichkeit, einige Videospiele zu zocken, die schon lange im Regal warten. Es sollte aber auch die Möglichkeit wahrgenommen werden, mal wieder ein Buch zu lesen – gedruckte statt digitale Buchstaben. Verschiedene Medien sprechen verschiedene Regionen unseres Gehirns an.

6. Handy weg

Abgesehen davon, dass wir unsere Zeit vor Bildschirmen grundsätzlich beschränken sollten, gibt es einen weiteren Grund, unsere Handys momentan öfter zu ignorieren: sich alle fünf Minuten über die neuesten Entwicklungen in Sachen Coronavirus zu informieren, macht auf Dauer paranoid. Für die meisten von uns, ist Covid-19 nicht viel schlimmer, als andere Viruserkrankungen. Kein Grund also, panisch über den Bildschirm zu wischen und dem Nihilismus zu verfallen. Natürlich ist es gut, bescheid zu wissen. Sich ein oder zweimal am Tag durch die unendlich vielen Artikel zu dem Thema zu klicken, reicht aber völlig aus.

Was sind die Chancen der Coronakrise?

Jeder Tag beginnt momentan mit negativen Schlagzeilen, negativen Nachrichten, negativen Berichten über den Coronavirus. Krisen bergen aber auch Möglichkeiten. Nur scheint momentan keiner bereit, darüber zu reden. Der Versuch eines positiven Ansatzes – für die Zukunft und das Hier und Jetzt.

Wenn eine Tür sich schließt, öffnet sich eine andere, heißt ein Sprichwort. In Sachen Coronavirus mag das, angesichts des in Deutschland noch lange nicht erreichten Höhepunktes der Pandemie, zynisch klingen. Es ist aber nur der Versuch, auch den schlimmsten Situationen etwas positives abzugewinnen.

Was sind unsere Chancen in der Coronakrise? Nein, gemeint ist nicht die Entlastung des Rentensystems oder die Möglichkeit, durch den Aufkauf von Atemmasken reich zu werden. Gemeint ist: was kann jeder von uns aus dieser Extremsituation mitnehmen, was kann jeder von uns anders machen, wenn der Virus in einigen Monaten eingedämmt sein sollte?

Gurus und Persönlichkeitsoptimierer sprechen gerne von Entschleunigung. Der momentane Zustand ist in weiten Teilen sogar ein Stillstand, der uns zwingt, uns zurück zu nehmen. Arbeiten von Zuhause, keine Freizeitaktivitäten unter Menschen, Schulen und Kitas geschlossen, kein Sport in Stadien und Fernsehen. Und im Bezug auf die Gamesbranche: keine Messen und Veranstaltungen.

Wie lernfähig ist der Mensch?

In vielen Bereichen war die Reaktion auf die unausweichliche Pandemie sehr behäbig. Noch immer hört man an jeder Ecke, dass die Grippe doch viel schlimmer sei als der Coronavirus und sich deswegen niemand derart aufrege. Es gibt jedoch überraschend viele Stimmen der Vernunft, gerade aus Politik und Wirtschaft, die eine funktionsfähige Gesellschaft über Einzelinteressen stellen.

Auch die Games-Branche hält zusammen: nach der Absage der GDC, sammelten einige Firmen Geld in einem Fond, um kleinen Entwicklern zu helfen, die bereits Ausgaben hatten. Solche Maßnahmen werden auch in anderen Industriezweigen ergriffen. Sogar im deutschen Fußball wird über Solidaritätsfonds nachgedacht. Corona könnte die Verantwortlichen dazu bewegen, den Kapitalismus ein wenig zu sozialisieren. Solidarität statt unbedingtem Konkurrenzkampf.

Damit hätte die Gesellschaft die Chance, die Schere zwischen Arm und Reich ein wenig zu schließen, bevor die Entwicklung ihren Scheitelpunkt erreicht und notabene eskaliert. Natürlich besteht die Gefahr, dass es in die komplett andere Richtung geht: Arme werden noch ärmer, Angestellte auf den unteren Positionen werden wegrationalisiert, kleine Betriebe müssen dicht machen und nur die Großen überleben. Auf diesem Nährboden könnten Hass und politischer Extremismus weiter gedeihen.

Zurück zu uns

Kommen wir zurück zu uns, zurück zum Individuum. Denn trotz unterschiedlicher medizinischer Versorgung, je nach Region und Einkommen, kann es theoretisch jeden treffen – sogar Tom Hanks und Johannes B. Kerner. Nicht nur die Globalisierung, sondern auch Interaktionen auf der persönlichsten Ebene, sind vorerst auf Eis gelegt (oder sollten es sein). Gezwungen, uns auf uns selbst zu konzentrieren, haben wir die einmalige Möglichkeit, besser zu werden. Und gute, gesunde Individuen sind die Voraussetzung für eine gesunde Gesellschaft.

Welche Philosophie hilft uns der momentanen Situation am besten? Der Hedonismus. Hedonismus bedeutet, im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung nicht, dass wir uns maßlos vergnügen und schlemmen sollten (im Gegenteil: Haushalten mit Lebensmitteln und Ressourcen ist angesagt). Hedonismus bedeutet, sich zurückzuziehen aus dem öffentlichen Leben. Sich mit sich selbst und einem kleinen Kreis um sich herum zu beschäftigen. Besser zu werden, als Individuum. Und wenn die Gesellschaft sich wieder öffnet, formen wir gemeinsam ein besseres Ganzes.

Was lehren uns Spiele, Bücher, Filme und Serien, die sich mit apokalyptischen Szenarien beschäftigen? Alles ist Mist und jeder kämpft gegen jeden, zum einen. Zum anderen aber, dass ein Ende der Gesellschaft, wie wir sie kennen, uns neue Perspektiven eröffnet. Wir haben die einmalige Chance, diese Perspektiven anzuwenden, denn unsere Gesellschaft ist nicht tot, sie setzt nur aus. Also nutzen wir diese Chance. Und wenn es doch schief geht, können wir noch immer von unserem Balkon aus der Welt beim Brennen zusehen und dabei ein Bier trinken.

Bildquelle: Wikipedia

E3 fällt wegen Coronavirus aus

Zum ersten Mal seit 1996 findet die E3 in diesem Jahr nicht statt. Die größte Videospielmesse der Welt wird in den kommenden Stunden wegen der fortschreitenden Verbreitung des Coronavirus abgesagt.

Die E3 wird noch heute offiziell von den Veranstaltern der Messe (der ESA) abgesagt. Grund ist die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2. Das berichtet die Seite Ars Technica, die sich auf mehrere verlässliche Quellen aus der Videospiel-Industrie beruft.

Indie-Publisher Devolver Digital hat auf Twitter bereits alle Betroffenen dazu angehalten, ihre Hotels und Flüge zu stornieren.

So richtig überraschend kommt die Nachricht nicht, auch wenn das Ausmaß aufhorchen lässt. Die E3 ist die größte Messe und noch immer eine der wichtigsten Veranstaltung der Branche.

E3: Was passiert jetzt?

Anscheinend haben die Veranstalter einige große Aussteller aus den USA bereits über die anstehende Absage Informiert. Einen Nachholtermin auf die Beine zu stellen, dürfte auf Grund der Größe der Veranstaltung kaum möglich sein. Stattdessen wird eine Online-Messe in Aussicht gestellt, die statt des Events in L.A. abgehalten werden soll.

Vor wenigen Tagen wurde bereits die Game Developers Conference (GDC) abgesagt. Hierauf reagierten die Veranstalter und einige Größen der Branche mit Hilfspaketen für kleine Entwicklerstudios. Ob es ähnliche Aktionen im Bezug auf die E3 geben wird, ist fraglich, da sich die Messe hauptsächlich an große Unternehmen richtet.

Für die ESA sah es in den letzten Wochen ohnehin nicht besonders rosig aus. Viele große Namen wie Sony sahen von einer Teilnahme ab. Zudem beendeten sowohl Geoff Keighley, verantwortlich für die Videogame Awards, und Produktionspartner iam8bit die Zusammenarbeit mit der ESA. Jeweils wurden unterschiedliche Vorstellungen als Grund angegeben.

In Deutschland stehen bisher noch alle namenhaften Gaming-Veranstaltungen (Gamescom, Games Week, etc.) im Kalender. Da sich der Coronavirus aber auch hierzulande schnell ausbreitet, kann nicht davon ausgegangen werden, dass dem so bleibt.

GDC Absage: Games-Industrie versucht Indies zu helfen

Unabhängige Entwicklerstudios leiden am meisten unter der Absage großer Events. Nach der Verschiebung der Games Developer Conference in den USA, versucht eine ganze Industrie, den Kleinen zu helfen.

Letzte Woche wurde die Games Developer Conference, kurz GDC, die vom 16. bis 20. März in San Francisco stattfinden sollte, offiziell abgesagt. Laut den Veranstaltern handelt es dabei um eine Verschiebung, das Event soll, wie so viele Veranstaltungen und Messen, in den Sommermonaten nachgeholt werden.

Die gute Nachricht ist, dass Eintrittskarten erstattet und Hotelbuchungen kostenlos storniert werden können. Kleinen Entwicklerstudios oder Games-Unternehmen hilft das aber wenig. Wenn die Kriegskasse nur spärlich gefüllt ist und jeder falsche Schritt der letzte sein kann, wiegt der Ausfall eines großen Events schwer.

Indies wird geholfen

Die Hilfsmaßnahmen lassen sich in zwei Kategorien fassen: Zum Einen können Betroffene eine Erstattung beantragen, für Verluste durch gebuchte Flugtickets und andere Ausgaben im Rahmen der GDC. Der GDC Relief Fundrichtet sich in erster Linie an die ganz Kleinen, deren Unternehmen durch den Ausfall gefährdet werden. Aktuell steht der Pool bei knapp 80.000 US-Dollar und weitere Einnahmen werden durch Spenden, Aktionen und Events generiert.

Zum Anderen soll auch die verloren gegangene Möglichkeit des Austauschs aufgefangen werden. Anstatt eines großen Events, wird es diverse kleinere geben, auch in San Francisco, in der Woche, in der die GDC hätte stattfinden sollen. Eine Übersicht aller Hilfeleistungen und Ersatzveranstaltungen gibt es bei Gamesindusty.

Diese Gaming-Events finden statt

Die Veranstalter der E3 haben sich bereits zu Wort gemeldet – sie gehen nicht von einer Absage aus. Auch in Deutschland sieht es gut aus. Die Games Week Berlin, German Dev Days und Gamescom finden, stand jetzt, alle statt. Lediglich die Hamburg Mobile Summit, die am 2. April abgehalten worden wäre, wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Tencent und Yager: Ist der Indie-Traum vorbei?

Bei immer mehr Indie-Studios steigen große Investoren mit ein. Was bedeutet es noch, unabhängig zu sein?

Romantik und Wirtschaft, das geht nicht gut zusammen. Bei der Führung eines Unternehmens werden harte Entscheidungen getroffen. Häufig ist das, was getan werden muss, um liquide zu bleiben, nicht das, was die Verantwortlichen eigentlich machen wollen. Gerade bei kreativer Arbeit kann das zur Zerreißprobe werden.

Es ist kein Wunder, dass viele AAA-Spiele von eigentlich beliebten Studios den Ansprüchen der Fans nicht genügen, sobald sie in der Retorte entstehen. Begeisterung und Kreativität weichen dann den Vorgaben der oberen Firmenebenen. Das Ergebnis sind Games wie Anthem, Fallout 76 und Star Wars Battlefront.

C.R.E.A.M.

Aber ohne Geld geht es nicht. Ja, es gibt die ein oder andere Erfolgsgeschichte, von Studios, die das große Geld machen und trotzdem komplett unabhängig bleiben. Aber sehr viel häufiger, kommt es im unabwägbaren Business der Videospielentwicklung früher oder später zu Problemen. Alte Erfolge helfen nicht, wenn das Geld knapp wird.

Verständlich also, dass Studios wie Yager Development, die aktuell am Shooter The Cycle und einem noch unbekannten Projekt arbeiten, die Finanzspritze von Investoren gerne annehmen. “Wir sind geehrt, nun zum Lineup der Tencent-Partner zu gehören”, heißt es in der entsprechenden Pressemeldung.

Yager legt Wert darauf, dass die Unabhängigkeit des Studios bestehen bleibt: “Der Betrieb wird unter der bestehenden Firmenstruktur und Führung fortgesetzt.” Und ja, offiziell bleibt Yager ein Indie-Studio, weil es weiterhin von den Gründern, respektive Inhabern geführt wird.

Yager ist nur der Anfang

Die Umrisse des Begriffs Indie werden in Zukunft weiter verschwimmen. Vielleicht ist der Begriff eines Tages irrelevant oder beschreibt letztendlich wie in der Musikbranche nur noch ein Genre. Indie wären dann nicht mehr die Studios, sondern kleinere Games, die auf günstige Technologie und innovative Ideen setzen.

Angst vor der Übernahme aller Indie-Studios durch große Firmen muss keiner haben. Das ganze kann als Zyklus betrachtet werden. Wer erfolgreich ist, bekommt Aufmerksamkeit und finanzielle Mittel; wird vielleicht sogar aufgekauft. Aber es kommen immer neue Entwickler nach, die wieder von vorne beginnen.

Zum Schluss noch ein Clip von Mega64, die den Indie-Traum schon vor Jahren haben platzen sehen.