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Bundesregierung nimmt Abstand vom Versprechen für eine Gemeinnützigkeit von E-Sport-Vereinen

Ein harter Schlag für die zahlreichen E-Sport-Vereine in Deutschland: Die Bundesregierung plant für diese Legislaturperiode offenbar keine weiteren Maßnahmen zur Förderung des E-Sports in Deutschland. Die entsprechende Stellungnahme durch das Innenministerium reagiert auf eine Anfrage der sportpolitischen Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion Monika Lazar, die sich seit Jahren für die Anerkennung des deutschen E-Sports einsetzt.

Im Antwortschreiben an Lazar teilt das (theoretisch) für E-Sport verantwortliche Innenminsterium mit: „Die Bundesregierung strebt für diese Legislaturperiode keine weiteren gesetzgeberischen Maßnahmen zur Förderung des E-Sports an.“

Lazar kritisiert Haltung des Innenministeriums

Lazar, die sich bereits in der Vergangenheit gemeinsam mit anderen Grünen-Fraktiontsmitgliedern für die Anerkennung des E-Sports als Sports einsetzte, äußert sich kritisch zu dieser ablehnenden Haltung des Ministeriums unter Horst Seehofer.

Als „absolut enttäuschend“, empfindet sie diese Absage an das rege E-Sport-Vereinsleben in Deutschland. „Dass die Bundesregierung trotz der vollmundigen Versprechen des Koalitionsvertrages in Sachen E-Sport keine weiteren Maßnahmen plant, grenzt an Arbeitsverweigerung,“ so Lazar.

Innenministerium sieht keinen Handlunsbedarf

Denn im aktuellen Koalitionsvertrag vom Februar 2018 hatten sich CDU, CSU und SPD darauf verständigt, den E-Sport als eigene Sportart mit vollständigen Vereins- und Verbandsrechten anzuerkennen.

Das Innenministerium entschuldigt das Nichtstun damit, dass E-Sport schon nach heute bestehendem Recht gemeinnützig sein könne. „Die Vereine nutzen dabei regelmäßig die gemeinnützigen Zwecke der Förderung der Jugendhilfe und der Förderungen der Bildung.“

Die daran anhaftende Frage, ob E-Sport als Sport gilt, sei Sache des organisierten Sports und des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Beide zeigten in der Vergangenheit eine ablehnende Haltung gegenüber E-Sport.

ESBD-Präsident Luther enttäuscht

Entsprechend enttäuscht zeigt sich Daniel Luther, der Präsident des E-Sport-Bund Deutschlands (ESBD) von der Aussage des Ministeriums: „Dem vollmundigen Versprechen des Koalitionsvertrages keine Taten folgen zu lassen, ist ein schweres Versäumnis für die nachhaltige Entwicklung des E-Sport- und Gaming-Standortes in Deutschland.“

Denn der ESBD kritisiert, dass die Gemeinnützigkeit über Jugendförderung und Bildung nicht überall in Deutschland gleich umgesetzt werden kann, zumal es an bundesweit einheitlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen fehlt.

Felix Falk, Geschäftsführer des game- Verband der Deutschen Spielbranche, sieht vor allem das große Engagement der vielen ehrenamtlichen Mitglieder missachtet und behindert. Für ihn ist klar, dass auch ohne die Anerkennung von E-Sport als Sport, die Gemeinnützigkeit der E-Sport-Vereine realisiert werden könne.

Das sei wichtig, um bessere Voraussetzungen für die gesellschaftlichen Chancen von E-Sport zu schaffen. Letztlich beweisen die vielen Millionen Fans und die hohen Einschaltquoten (Viewerzahlen) bei Wettkämpfen, dass E-Sport ein ernstzunehmender wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Faktor ist.

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