Der Suchtfaktor soll sich auf die Altersfreigabe von Spielen auswirken

Quelle: Epic Games

Der Schweizer Fachverband Sucht fordert, dass das Suchtpotential von Spielen sich auf deren Altersfreigabe auswirkt. Sollte sich dieser Ansatz durchsetzen, könnten bunte Online-Games irgendwann erst ab 18 spielbar sein.

Die WHO hat beschlossen, Gaming-Sucht offiziell als Krankheit anzuerkennen. Dieses neue Bewusstsein, ob sinnvoll oder nicht, kann sich auf die Industrie auswirken.

Bisher spielen nur Faktoren wie Sex, Gewalt und Schimpfwörter eine Rolle bei der Festlegung der Altersfreigabe von Videospielen. Da das Suchtpotential von Games durch die Interaktionsmöglichkeiten deutlich höher ist als bei anderen Medien, soll in Zukunft auch dieser Aspekt mit einfließen.

Diese Aspekte sind besonders suchtfördernd

Laut einer Studie der Uni Lübeck sind folgende Punkte häufig bei Spielen mit hohem Suchtpotential zu finden:

  • Exzessives Spielen wird durch komplexe oder zufällige Boni belohnt
  • Soziale Interaktion ist wichtig um Erfolg zu haben
  • Wer pausiert, ist im Nachteil
  • Gegenstände können gekauft (und eventuell verkauft) werden

Oder anders ausgedrückt: Online-Multiplayer-Spiele. Nicht umsonst bezeichnet ein Psychologe des Schweizer Fachverbandes Fortnite als Heroin.

Bisher reguliert sich die Videospielbranche über die USK selbst. Die Verantwortlichen tuen aber gut daran, die entstandene Diskussion ernst zu nehmen. Wir wollen ja nicht, dass unsere Games von der Politik beschränkt werden.

Doch was ist der Effekt strengerer Altersfreigaben? Die Kids, deren Eltern sie jeden Tag zehn Stunden lang zocken lassen, werden auch Spiele für Erwachsene ohne Konsequenzen zocken dürfen. Der Verkauf selbst ist keine große Hürde. Es liegt an der Familie, für einen gesunden Umgang mit Games zu sorgen.