Was spielen wir mit unseren Kindern?

Es ist eine der großen Fragen, wenn Gamer Kinder bekommen: Wie führe ich den Nachwuchs an mein Hobby heran? Wie in den meisten anderen Bereichen auch, ist es das beste, die Kleinen selbst Entdeckungen machen zu lassen.

Über die Hälfte aller Eltern spielen mit ihren Kindern Videospiele. Sind sie selbst Gamer, liegt die Quote bei über 60 Prozent. Das ergab eine Umfrage von YouGov. Genau wie Bücher, Filme und Musik gehören Games also zu unserem Kulturgut, das wir an die nächste Generation herantragen wollen. Doch welche Spiele eignen sich am besten?

Der Jugendschutz spielt natürlich eine wichtige Rolle. 78 Prozent aller Eltern achten auf die Zeit, die ihre Kinder mit Games verbringen und knapp 50 Prozent nutzen technische Mittel, um den Zugriff der Kids auf bestimmte Inhalte zu beschränken. Klar, Gewalt und sexuelle Darstellungen sind nichts für Kinder-Gehirne. Und zu komplex sollten die Spiele auch nicht sein.

Knapp die Hälfte aller Eltern sind der Meinung, dass Games wichtige Kompetenzen vermitteln. Spiele sollten den Kindern im Idealfall nicht nur Spaß machen, sondern auch in ihrer Entwicklung unterstützen. Häufig wird hier Reaktionsschnelligkeit genannt. In geschichts- oder lern-orientierten Spielen kann konkretes Wissen erlangt werden. Das wichtigste ist aber ganz klar: Kreativität.

Kreativität lässt sich nur schwer lenken. Und deshalb ist es auch gar nicht so wichtig, welche Spiele Eltern mit ihrem Nachwuchs zocken, solange sie für Kinder geeignet sind. Ihnen zwanghaft den eigenen Geschmack aufdrücken zu wollen, führt nur zu Ablehnung. Wir können ihnen Dinge aufzeigen, aber entdecken müssen die Kleinen selbst.

Deshalb bloß nicht aufregen, wenn die Kinder unsere geliebten Klassiker zunächst ablehnen und lieber Mobile-Trash oder Pferde-Games zocken wollen. Unser Geschmack war auch nicht von Beginn an vollendet (und ist es vermutlich noch immer nicht). Das Wichtige ist, dass wir sie begleiten und so nicht nur ihnen, sondern der ganzen Branche einen Gefallen tun.

Quelle: game

Der Suchtfaktor soll sich auf die Altersfreigabe von Spielen auswirken

Der Schweizer Fachverband Sucht fordert, dass das Suchtpotential von Spielen sich auf deren Altersfreigabe auswirkt. Sollte sich dieser Ansatz durchsetzen, könnten bunte Online-Games irgendwann erst ab 18 spielbar sein.

Die WHO hat beschlossen, Gaming-Sucht offiziell als Krankheit anzuerkennen. Dieses neue Bewusstsein, ob sinnvoll oder nicht, kann sich auf die Industrie auswirken.

Bisher spielen nur Faktoren wie Sex, Gewalt und Schimpfwörter eine Rolle bei der Festlegung der Altersfreigabe von Videospielen. Da das Suchtpotential von Games durch die Interaktionsmöglichkeiten deutlich höher ist als bei anderen Medien, soll in Zukunft auch dieser Aspekt mit einfließen.

Diese Aspekte sind besonders suchtfördernd

Laut einer Studie der Uni Lübeck sind folgende Punkte häufig bei Spielen mit hohem Suchtpotential zu finden:

  • Exzessives Spielen wird durch komplexe oder zufällige Boni belohnt
  • Soziale Interaktion ist wichtig um Erfolg zu haben
  • Wer pausiert, ist im Nachteil
  • Gegenstände können gekauft (und eventuell verkauft) werden

Oder anders ausgedrückt: Online-Multiplayer-Spiele. Nicht umsonst bezeichnet ein Psychologe des Schweizer Fachverbandes Fortnite als Heroin.

Bisher reguliert sich die Videospielbranche über die USK selbst. Die Verantwortlichen tuen aber gut daran, die entstandene Diskussion ernst zu nehmen. Wir wollen ja nicht, dass unsere Games von der Politik beschränkt werden.

Doch was ist der Effekt strengerer Altersfreigaben? Die Kids, deren Eltern sie jeden Tag zehn Stunden lang zocken lassen, werden auch Spiele für Erwachsene ohne Konsequenzen zocken dürfen. Der Verkauf selbst ist keine große Hürde. Es liegt an der Familie, für einen gesunden Umgang mit Games zu sorgen.