Google verkauft Stadia-Spiele zum Vollpreis

Quelle: Google

Spiele sind immer weniger wert, der Preis aber bleibt gleich. Und Gamer machen einfach mit.

Erst hatte man einen Datenträger in der Hand, dann eine Datei auf der Festplatte und jetzt sollen wir nur noch streamen. Im ersten Fall gehört mir das Spiel physisch, im zweiten digital und im dritten gar nicht mehr. Und trotzdem bleiben die Preise stabil bei 60 Euro.

Google bestätigte gegenüber Eurogamer den Vollpreis für Stadia-Games. “Ich wüsste nicht, warum sie billiger sein sollten”, so Phil Harrison, Chef des Projekts. Stadia biete ja (theoretisch) die höchstmögliche Qualität – 4K mit HDR und 60 fps. Und der Service ist auf vielen Geräten nutzbar.

Harrison erwähnt in diesem Zusammenhang nicht, dass man für diese Leistung rund 10 Euro im Monat zahlen muss. Und dass man zusätzlich eine Leistungsstarke und stabile Internetverbindung braucht. Und dass man die Spiele eben nicht mehr besitzt, sondern nur noch ein Zugangsrecht.

Großkonzerne träumen von Stadia

Setzt sich Stadia durch, werden alle anderen großen Anbieter folgen. Microsoft hat einen ähnlichen Ansatz ja bereits mit der Xbox One verfolgt, ist aber glücklicherweise gescheitert. Sie werden aber nicht aufgeben. Konsumenten die immer online sind und die Spiele nicht mehr besitzen – ein Traum für die Konzerne.

Und ein Alptraum für den Rest von uns. Noch halten sich Microsoft und Sony mit ihren Streaming-Alternativen zurück, setzen auf klassische Konsolen, um die Spieler nicht zu vergraulen. Doch sie warten nur darauf, dass wir uns mit einer Streaming-Zukunft abfinden.

Für mich war schon Steam befremdlich. Und als Konsolen-Anbieter ihre Spiele im Online-Store für den Vollpreis anboten, konnte ich mir nicht erklären, warum irgendjemand darauf eingehen sollte. Erst in den letzten Jahren wurden Rabatte geboten, die digitale Käufe rechtfertigten – die einzige Rechtfertigung.

Es gibt für mich zwei Möglichkeiten Streaming salonfähig zu machen. Entweder bekommen wir in Zukunft eine Box mit Datenträger plus Code für einen Download plus Code für den Streaming-Zugang. Oder die Anbieter beteiligen uns Konsumenten an der deutlich höheren Gewinnmarge.

So wie sich die führenden Kräfte der Spiele-Industrie präsentieren, werden wir aber bald 60 Euro für den temporären Zugang zu einem Spiel zahlen, dass uns anschließend grundlegende Spielmechaniken als DLC anbietet.