Die Gamecity Hamburg hat die Gewinner ihrer diesjährigen Prototypenförderung bekanntgegeben: Fünf Hamburger Projekte erhalten zusammen knapp 308.000 Euro als nicht rückzahlbare Zuschüsse. Und die Spielkonzepte dahinter klingen reizvoll – von Cozy Horror bis Murder Mystery auf der Pferderennbahn.
Die finanzielle Hürde bis zum ersten vorzeigbaren Vertical Slice oder Prototypen ist für viele junge Teams eine der größten Herausforderungen in der deutschen Games-Branche. Die Gamecity Hamburg setzt genau dort an: kein Darlehen, kein Verwaltungsaufwand durch Rückzahlungspflichten – sondern bis zu 80.000 Euro, um aus einer Idee einen marktfähigen Prototyp zu machen.
Fünf neue Projekte für die Hamburger Spielelandschaft
Die ausgewählten Spiele decken ein breites Genre-Spektrum ab. Das Vergabegremium, besetzt mit Branchenleuten aus Publishing, Distribution und öffentlicher Förderung, hat offenbar bewusst auf Vielfalt gesetzt. Pipapo Games erhält mit 80.000 Euro den Höchstbetrag für Manor Cartographer, ein cozy Horror-Rätselabenteuer, in dem eine selbst erstellte Karte als zentrales Spielmechanik dient. Ebenfalls 80.000 Euro gehen an Odd Zeroes für Odem, einen Roguelike-Deckbuilder mit Echtzeitkämpfen auf einem okkulten Spielbrett.
Studio Gutheil bekommt 60.000 Euro für Welken – ein narratives Survival-Horrorspiel im PSX-Retro-Look, das in einem deutschen Dorf der 1990er Jahre spielt. Das ist ein Spielraum, den man selten bedient sieht: deutsches Setting, Retro-Ästhetik, Horror-Survival. Chasmic Drop Studio erhält 48.000 Euro für Ungradable: Twisted Card Grading, ein Simulationsspiel rund um Kartenprüfung mit unheimlicher Note – ein Konzept, das geschickt den aktuellen Trading-Card-Hype aufgreift. Und Bird Outside Studio bekommt 40.000 Euro für The Wrong Horse, ein Murder-Mystery-Abenteuer auf der Pferderennbahn.
Nachwuchsförderung mit klarem Pfad
Auffällig ist die Herkunft vieler geförderter Studios: Gleich drei der fünf ausgewählten Teams sind Alumni des Games Lift Inkubator. Das zeigt, dass die institutionelle Begleitung von der ersten Idee bis zur finanzierten Projektphase in der Hansestadt recht gut ineinandergreift. Solche Strukturen sind ein wichtiges Signal für die Karriere vieler junger Start-ups und ein gutes Zeichen für die Games-Kultur vor Ort. Das System trägt offensichtlich Früchte: Pipapo Games veröffentlicht beispielsweise am 28. Mai 2026 ihr Spiel Map Map – A Game About Maps, das in der Vergangenheit ebenfalls durch dieses Programm angeschoben wurde.
Wer nun selbst ein Projekt in der Schublade hat und in der Hafenstadt ansässig ist oder gründen möchte, bekommt bald die nächste Chance. Im September 2026 startet die zweite Bewerbungsphase der Prototypenförderung für dieses Jahr. Interessant für die Ausrichtung der Projekte: Die Gamecity nutzt seit 2024 eine optionale Diversity-Checklist, die bei der Bewertung durch das Gremium herangezogen werden kann. Zudem können sich ambitionierte Game-Devs noch bis zum 1. Juni 2026 für den nächsten Durchlauf des Games Lift Inkubators bewerben. Hier winken nicht nur 15.000 Euro, sondern vor allem ein umfassendes Mentoring-Programm, das bei der Vorbereitung auf den späteren Markteintritt oder die Suche nach einem passenden Publisher helfen kann.
Weitere Informationen zu den prämierten Projekten sowie den Link zur Anmeldung für die kommenden Förderprogramme findet ihr hier.
Quelle: Pressemitteilung Gamecity Hamburg
