Kurz vor dem Start der diesjährigen gamescom in Köln hat der Branchenverband seine politischen Kernforderungen veröffentlicht. Im Zentrum der Erklärung stehen der dringende Appell für eine steuerliche Games-Förderung in Deutschland und die Warnung vor einem neuen Regulierungswahnsinn.
Die Kölner Messehallen füllen sich bald wieder, und während Fans auf neue Anspielstationen warten, rückt hinter den Kulissen die Politik in den Fokus. Der game – Verband der deutschen Games-Branche hat am 5. August 2026 seine politische Erklärung unter dem Motto „Lust auf Zukunft“ vorgelegt. Die Botschaft formuliert die Interessenvertretung unmissverständlich: Europa drohe als Produktionsstandort im globalen Markt weiter abgehängt zu werden, wenn die Rahmenbedingungen nicht endlich verlässlich würden. Für die lokale Games-Branche stehe dabei einiges auf dem Spiel.
Steuerliche Förderung als Überlebensfrage
Ein zentraler Baustein für die internationale Wettbewerbsfähigkeit sei die im Koalitionsvertrag zwar zugesagte, aber noch immer nicht umgesetzte steuerliche Förderung, so der Verband. Bislang hangelten sich viele Indie-Studios und Start-ups mühsam von einem Fördertopf zum nächsten. Eine verlässliche steuerliche Entlastung nach internationalem Standard würde die Indie-Entwicklung nach Ansicht des game massiv erleichtern und echte Planungssicherheit für kommende Projekte schaffen.
Nur mit solchen langfristig planbaren Bedingungen ließen sich Neugründungen, Ansiedlungen und das Wachstum von EntwicklerInnen im eigenen Land nachhaltig sichern. Die Zeiten der punktuellen Zuschüsse müssten durch ein strukturell starkes Fundament ergänzt werden, um Abwanderungen ins Ausland zu verhindern.
Weniger Regelungsdschungel, mehr Fokus auf gesellschaftlichen Mehrwert
Unter der Überschrift „Vereinfachung statt Regelungsdschungel“ warnt der Verband zudem vor überbordender Bürokratie. Bestehende Selbst- und Ko-Regulierungssysteme wie die USK funktionierten in der Praxis hervorragend und böten einen verlässlichen Jugendschutz. Werden nun auf politischer Ebene – etwa durch den europäischen Digital Fairness Act – neue, potenziell widersprüchliche Regeln geschaffen, schade das laut dem Papier besonders der agilen Games-Wirtschaft. Kleinen Teams fehlten schlicht die juristischen Ressourcen, um sich durch ständige Rechtsunsicherheiten zu navigieren.
Statt die Branche auszubremsen, solle die Politik vielmehr das positive Potenzial der Spielekultur nutzen. Games vermittelten Resilienz und Teamgeist. Studien belegten laut dem Verband zudem, dass SpielerInnen oft ein größeres Vertrauen in demokratische Strukturen hätten und sich stärker engagierten als der Bevölkerungsdurchschnitt.
Die Forderungen liegen nun offen auf dem Tisch. Wenn die SpitzenpolitikerInnen Ende August auf der Messe ihre Runden drehen, wird sich zeigen, wie viel Rückhalt die Branche tatsächlich genießt. Für eine verlässliche Karriere im DACH-Raum ist es aus unserer Sicht entscheidend, dass aus diesen Erklärungen der Interessenvertretung zeitnah handfeste politische Taten werden.
Die komplette politische Erklärung und alle Details zu den Forderungen findet ihr direkt hier als PDF-Download auf der Website des game.
Quelle: Politische Erklärung zur gamescom 2026 (game – Verband der deutschen Games-Branche)
