Die gamescom ist laut, voll und überwältigend. Da passiert es schnell, dass ihr euch von der Flut an Eindrücken einfach mitreißen lasst. Dabei ist die gamescom eine der zentralen Gelegenheiten, euer Projekt voranzubringen. Damit ihr euch auf den Tausenden von Quadratmetern an Möglichkeiten nicht verliert, haben wir hier ein paar Tipps für euch zusammengetragen, die euch helfen, die Zeit dort optimal zu nutzen.
Nicht jedes Studio bekommt die Chance auf einen Stand auf der gamescom. Aber jedes Studio kann (trotzdem) von einem Besuch auf der gamescom profitieren. Denn die Messe ist weit mehr als eine Gelegenheit, euren Titel einem breiten Publikum vorzustellen. Sie ist vor allem ein Ort, an dem ihr euch mit anderen EntwicklerInnen, Publishern, DienstleisterInnen und (Dev-)Communities austauschen könnt. Kaum irgendwo sonst lassen sich innerhalb weniger Tage so viele Kontakte knüpfen und neue Impulse sammeln. Die Vielzahl an Möglichkeiten kann überfordern. Nicht aber, wenn ihr ein paar dieser Punkte beachtet.
Überlegt euch vorher, warum ihr zur gamescom fahrt
Die gamescom kann vieles sein: Networking-Event, Inspirationsquelle, Marktbeobachtung oder Weiterbildung. Sie kann natürlich alles gleichzeitig sein. Besser ist es, wenn ihr euch vorher Gedanken darüber macht, von welchen dieser Dinge ihr am meisten profitiert. Ein klares Ziel hilft euch dabei, Prioritäten zu setzen und die Tage (oder den Tag) auf der Messe sinnvoll zu nutzen.
Ihr plant einen neuen Titel und möchtet den Markt nach Trends absuchen? Dann solltet ihr viel Zeit an den Ständen anderer Indie-EntwicklerInnen verbringen und die Spiele antesten. Wollt ihr Feedback zu eurem Status quo? Dann bringt unbedingt ein Device mit, auf dem ihr einen Trailer, ein Pitch-Deck odereine Demo zeigen könnt. Braucht ihr dringend Geld? Dann solltet ihr natürlich hauptsächlich Kontakt zu Publishern und Förderinstitutionen suchen. Klingt selbstverständlich – geht im Vorbereitungschaos aber nicht selten unter.
Plant Termine – aber lasst Raum für den Zufall
Gerade wenn ihr mit bestimmten Personen sprechen möchtet, lohnt es sich, einige Wochen vorher Termine zu vereinbaren. Sofern ihr über einen FachbesucherInnenausweis verfügt, könnt ihr dafür das kostenlose KI-gestützte Matchmaking-Tool „gamescom biz“ nutzen. Alternativ könnt ihr zur Kontaktaufnahme auch klassische Wege wie E-Mail oder LinkedIn nutzen.
Wichtig: Kümmert euch früh darum, denn die Terminkalender laufen in den Wochen vor der gamescom bei allen schnell voll. Genauso wichtig: Die spannendsten Gespräche entstehen oft spontan – auf dem Gang zwischen zwei Hallen, beim Warten in der Schlange an den Foodtrucks oder wenn sich aus einem One-on-One plötzlich eine kleine Gruppendiskussion entwickelt. Wenn ihr nur von Termin zu Termin hetzt, verpasst ihr genau solche Momente.
Seid offen und zeigt Interesse
Klar, wenn ihr einen Publisher sucht, solltet ihr mit möglichst vielen (passenden) Publishern sprechen. Doch auch der Austausch mit anderen Indie-Studios kann sehr wertvoll sein. Wie haben andere ihre Finanzierungsprobleme gelöst? Welche Tools funktionieren im Dev-Alltag? Welche Förderprogramme gibt es? Bietet sich eine Kooperation an? Solche ganz individuellen Impulse bekommt ihr nur auf Events.
Mit anderen ins Gespräch zu kommen, ist viel leichter, als es scheint. Immerhin teilt ihr alle die gleiche Leidenschaft. Zeigt ehrliches Interesse an den Projekten anderer, hört zu und alles andere ergibt sich im Dialog. Wer Menschen nicht nur als potenzielle GeschäftspartnerInnen sieht, sondern als Teil derselben Community, bleibt länger in Erinnerung. Das gilt auch für Publisher…
Habt euer Projekt/Portfolio immer griffbereit
Trotzdem: Ihr wisst nie, wann sich aus einem Austausch über die notorische Unzuverlässigkeit der Bahn plötzlich die Gelegenheit zu einer Vorstellung eures Projekts oder eures Portfolios ergibt. Habt deshalb immer ein paar aussagekräftige Materialien griffbereit.
Das kann (wie oben schon angedeutet) ein Trailer, ein QR-Code mit Link zum ArtStation- oder LinkedIn-Profil, ein Pitch-Deck oder eine kurze Demo sein. Qualität geht hier eindeutig vor Quantität. Wenn ihr euer Projekt in zwei Minuten verständlich erklären könnt, seid ihr bereit für einen spontanen Pitch. Sätze wie „Ich wollte mir eigentlich noch Visitenkarten drucken lassen.“ könnt ihr dagegen direkt zu Hause lassen.
Besucht die Community-Events
Ein ausführliches Gespräch zu führen, ist allerdings nicht immer leicht. Auf der gamescom sind gefühlt alle immer auf dem Sprung, weil der/die nächste Standbesucher/in oder Termin wartet. Was viele erst vor Ort erfahren: Die gamescom endet nicht, wenn die Hallen schließen.
Während der Messetage finden in ganz Köln zahlreiche Community-Treffen, Meetups und lockere Abendveranstaltungen statt. Ein Blick auf einschlägige Social-Media-Kanäle, Discord oder Eventplattformen lohnt sich schon einige Wochen vor gamescom-Beginn. Denn die Teilnehmendenzahl ist eventuell begrenzt.
Kleiner „persönlicher“ Einwurf an dieser Stelle: Donnerstagabend findet traditionell die gamescom-Branchen-Party statt. Ob man eine Karte dafür hat, ob man noch irgendwo eine herbekommt oder ob und wie man sich einschmuggeln kann, ist in den letzten Stunden vor Hallenschließung DAS Thema an dem Tag. Aus der Perspektive von jemandem gesprochen, der schon da war: Ist es da toll? Klar! Lohnt sich die Aufregung? Geht so… Am Ende sitzt man eben doch wieder mit den gleichen Nasen zusammen.
Passt auf euch auf
Mehrere Tage Messe bedeuten viele Kilometer zu Fuß, wenig Schlaf, unzählige Gespräche. Das kostet Energie. Das gilt besonders für Menschen, die von Natur aus eher introvertiert sind. Plant deshalb bewusst Pausen ein, trinkt ausreichend, esst regelmäßig und gönnt euch auch einmal eine Stunde ohne Programm.
Bequeme Schuhe sind Pflicht! In euren Rucksack gehören neben einer Trinkflasche, Snacks (am besten Müsli-Riegel, die sind gesund, leicht, halten Hitze aus und machen okay satt) und Deo, was zum Schreiben, eine Powerbank und/oder Ladekabel fürs Handy und evtl. Laptop oder Tablet. Wählt euer Marketing-Material sorgfältig aus – ein Stapel Visitenkarten oder ein QR-Code, der zu einer Infopage verlinkt, ist völlig ausreichend. Denn weder ihr noch die anderen haben Lust, kiloweise Papier und Merch herumzuschleppen.
Dokumentiert eure Erlebnisse
Könnt ihr euch Gesichter, Namen und Kontext immer sofort merken? Eben. Ihr müsst kein seitenlanges Tagebuch führen, aber es hilft enorm, wenn ihr euch kleine Notizen auf Visitenkarten, Flyer in einen Notizblock oder ins Handy macht. Was auch immer das Medium eurer Wahl ist, Ziel ist es, besser rekapitulieren zu können, was euch wann und wo besonders beeindruckt hat.
Ausreichend Bildmaterial zu sammeln ist da doppelt hilfreich. Erstens ergänzt es eure Notizen. Zweitens könnt ihr es nutzen, um im Nachgang auf Social Media über euren Besuch zu berichten. Schlimmstenfalls habt ihr einfach ein paar schöne Erinnerungsfotos mit netten Leuten.
Nehmt euch Zeit für die Nachbereitung
Nach ein paar Tagen Verschnaufpause solltet ihr euch umgehend an die Nachbearbeitung machen. Plant euch dafür unbedingt Zeit ein. Nach zwei bis fünf Tagen gamescom sind die Arbeitsakkus meist leer. Dafür ist der Kopf voll mit Eindrücken und Ideen. Notiert sie. Sortiert sie. Und überlegt, ob und wie ihr sie umsetzen wollt.
Natürlich habt ihr auf der gamescom fleißig Visitenkarten, LinkedIn-Kontakte und Namen gesammelt. Wartet nicht wochenlang mit der Kontaktaufnahme. Eine kurze Nachricht über LinkedIn, Discord oder per E-Mail reicht aus, um den Gesprächsfaden aufzunehmen. Bedankt euch für den Austausch, erinnert kurz an den Kontext und eröffnet gegebenenfalls Perspektiven für eine Fortsetzung (Terminvereinbarung, nächstes Event etc.).
But first things first: Viel Spaß auf der gamescom!
Öffnungszeiten und Preise auf einen Blick
Damit ihr euch perfekt auf die gamescom vorbereiten könnt, haben wir hier die wichtigsten Infos zu den Öffnungszeiten und allen Preismodellen zusammengetragen.
Öffnungszeiten gamescom:
- Mittwoch, den 26. August: FachbesucherInnen von 9.00 bis 19.00 Uhr bzw. PrivatbesucherInnen mit Wild Card von 13.00 bis 19.00 Uhr
- Donnerstag, den 27. August: 10.00 bis 20.00 Uhr bzw. FachbesucherInnen ab 9.00 Uhr
- Freitag, den 28. August: 10.00 bis 20.00 Uhr bzw. FachbesucherInnen ab 9.00 Uhr
- Samstag, 29. den August: 9.00 bis 20.00 Uhr
- Sonntag, 30. den August: 9.00 bis 20.00 Uhr
Die Entertainment Area ist für FachbesucherInnen durchgängig zugänglich. Die Business Area ist nur von Mittwoch, den 26. August, bis Freitag, den 28. August, geöffnet.
Die gamescom Dev findet im Vorfeld der gamescom am Montag, den 24. August, sowie am Dienstag, den 25. August, statt.
Am Dienstag, den 25. August, findet die Opening Night Live statt.
5-Tage-Tickets (inklusive gamescom dev am Montag & Dienstag)
Wenn du die volle Woche inklusive der Entwicklerkonferenz mitnehmen möchtest, gibt es verschiedene Abstufungen:
- Business 5 Days Basic: 232,50 EUR
- Business 5 Days Student: 159,00 EUR (Nachweis erforderlich)
- Business 5 Days Content: 599,00 EUR
- Business 5 Days Trade: 999,00 EUR
- Business 5 Days VIP: 2.149,00 EUR
gamescom-Business-Tickets (Mittwoch bis Freitag)
Diese Tickets beinhalten den Zugang zur exklusiven Business Area sowie zur normalen Entertainment Area:
- 1-Tages-Ticket (gamescom Business 1 Day): 70,00 EUR
- 3-Tages-Ticket (gamescom Business 3 Days): 137,50 EUR
Publikumstage (Donnerstag, Freitag & Sonntag)
- Tagesticket: 31,50 EUR
- Tagesticket ermäßigt: 22,50 EUR (für SchülerInnen, StudentInnen, Azubis, RentnerInnen)
- Familienticket: 69,50 EUR
- Abendticket (ab 16:00 Uhr): 10,50 EUR
Der gamescom-Samstag
- Tagesticket: 41,00 EUR
- Tagesticket ermäßigt: 32,00 EUR
- Familienticket: 86,00 EUR
- Abendticket (ab 16:00 Uhr): 13,00 EUR
Besondere Einzel-Tickets & Zusatz-Events
- Wildcard-Ticket (Mittwoch ab 13:00 Uhr): 65,50 EUR (Zugang zum Fachbesuchertag)
- Opening Night Live (ONL – Einzelticket): 34,50 EUR
- Superfan Bundle (ONL + Wildcard am Mittwoch): 92,00 EUR
Alle Informationen zur gamescom bekommt ihr auch auf der Homepage des Events.
Quelle Header: Logo gamescom. Quelle/Autor: gamescom / Kölmesse
