Investieren statt Spenden: Das französische Start-up Gamevestor will das Crowdfunding revolutionieren. Mit einer neuen Plattform, die Anfang 2026 startet, können Privatpersonen in Spieleprojekte investieren und direkt an den Umsätzen beteiligt werden. Hinter dem Projekt stehen erfahrene Ex-Manager von Ubisoft und EA.
Wer bisher Indie-Projekte auf Kickstarter oder Indiegogo unterstützte, bekam als Dankeschön meist das Spiel, ein T-Shirt oder den Namen in den Credits. Das französische Start-up Gamevestor will das ändern und Crowdfunding zu echtem Crowdinvesting machen. Mit einer frisch abgeschlossenen Finanzierungsrunde über 1 Million Euro im Rücken bereitet das Unternehmen den Launch seiner Plattform für Anfang 2026 vor. Das Ziel: SpielerInnen sollen nicht nur Fans sein, sondern Investoren, die am finanziellen Erfolg eines Titels teilhaben. Netter Nebeneffekt: Spielestudios bekommen damit eine weitere Möglichkeit, ihre Spielidee finanzieren zu lassen.
Revenue Share statt Goodies: So funktioniert das Modell
Die Idee hinter Gamevestor unterscheidet sich grundlegend vom klassischen Crowdfunding. Anstatt Geld zu „spenden“, investieren NutzerInnen in konkrete Spieleprojekte. Im Gegenzug erhalten sie keine Unternehmensanteile, sondern eine vertraglich festgelegte Beteiligung an den zukünftigen Umsätzen des Spiels (Revenue Share).
Das Modell richtet sich gezielt an GamerInnen, die Entwicklungsprozesse verstehen und das Potenzial eines Spiels einschätzen können. Der Einstieg ist bereits ab 100 Euro möglich. Ein wichtiger Unterschied zu Kickstarter: Aus rechtlichen Gründen erhalten Investoren nicht automatisch eine Kopie des fertigen Spiels.
Sicherheit durch hohe Qualitätsstandards und Erfahrung
Gegründet wurde Gamevestor von Ivan Marchand (ehemals Electronic Arts, Google) und Arthur Van Clap (ehemals Ubisoft). Die beiden kennen die Hürden der klassischen Finanzierung aus eigener Erfahrung und wollen mit ihrer Plattform eine Lücke schließen. „Es ist unerlässlich, unabhängigen Studios in Europa neue Finanzierungsmöglichkeiten zu bieten, die ihre kreative Freiheit bewahren und
den Spielern gleichzeitig eine völlig neue Möglichkeit bieten, sich mit den Spielen, die sie lieben, auseinanderzusetzen“, so die Gründer.
Um das Risiko für Kleinanleger zu minimieren, setzt Gamevestor auf strenge Qualitätskontrollen. Jedes Projekt durchläuft eine Prüfung auf Machbarkeit und kommerzielles Potenzial. Die Auszahlung der gesammelten Gelder erfolgt schrittweise nach Erreichen branchenüblicher Meilensteine. Sollten Ziele verfehlt werden, erfolgt eine anteilige Rückerstattung an die InvestorInnen. Die Plattform ist von der französischen Finanzmarktaufsicht AMF für die gesamte EU zugelassen, sodass auch NutzerInnen aus Deutschland und Österreich investieren können.
Weitere Informationen und erste Projekte findet ihr auf der offiziellen Webseite von Gamevestor.
Quellen:
Interview mit Gamevestor auf GamesMarkt und News auf GamesWirtschaft
Eigene Recherchen/Homepage von Gamevestor
