Das bayerische Games-Ökosystem wächst weiter: Der FFF Bayern unterstützt in seiner jüngsten Vergaberunde gleich 16 neue Indie-Games mit insgesamt 871.000 Euro. Auffällig: Das ist ungefähr die Hälfte der Fördersumme von 1,68 Millionen Euro im Frühjahr 2026.
Der FFF Bayern hat die Ergebnisse seiner aktuellen Sitzung vom 15. Juli 2026 bekannt gegeben und verteilt fast eine Million Euro an kleine und mittlere Teams. Mit dem Geld werden Projekte von der ersten Konzeptskizze bis hin zur finalen Produktion abgedeckt. Während im Frühjahr noch die höchste Fördersumme in der Geschichte des FFF vergeben wurde, fällt der Topf in dieser Runde deutlich kleiner aus – und es müssen sich mehr Projekte um die begehrte Finanzspritze teilen.
Wachstum am Standort und Ausblick auf neue Richtlinien
Dass sich die Zahl der Games-Unternehmen im Freistaat seit 2018 mehr als verdoppelt hat, kommt nicht von ungefähr. Die gezielte Standortpolitik und Netzwerk-Events wie die GG Bavaria zeigen laut Bayerns Digitalminister Fabian Mehring deutlich Wirkung. Um dieses Momentum zu halten und die lokale Games-Wirtschaft weiter zu stärken, plant das Ministerium künftig noch einen Gang höher zu schalten und die Förderrichtlinien weiter anzupassen, um bayerische Produktionen international noch sichtbarer zu machen. Vorerst profitieren von der aktuellen Runde aber erst einmal 16 konkrete Vorhaben aus Städten wie München, Nürnberg, Bayreuth oder Kempten.
Alle geförderten Projekte im Überblick
Damit ihr genau seht, an welchen Titeln die süddeutsche Szene aktuell schraubt, haben wir alle 16 geförderten Indie-Studios und ihre Projekte – übersichtlich aufgeteilt nach Förderkategorien – für euch zusammengefasst.
Produktionsförderung:
- Schleich Zombie – Tactical Zombionage Action (Schischi Interaktiv, Germaringen) – 130.000 Euro: Ein Stealth-Taktikspiel, in dem ihr als Zombie aus der Quarantäne eines Labors ausbrecht und eure KollegInnen durch gezielte Bisse „befreit“.
- Waters of Sal Naména (Distand Meadows, Nürnberg) – 130.000 Euro: Ein kniffliges Metroidbrainia-Adventure in einer Wüstenwelt, bei dem das strikte Management eurer schwindenden Wasservorräte über Leben und Tod entscheidet.
- The Only Level (Andre Gareis, Forchheim) – 40.000 Euro: Ein experimenteller 2D-Plattformer, der aus nur einem einzigen Level besteht, das durch den Wechsel verschiedener Charaktere und ihrer individuellen Mechaniken jedoch immer wieder neue Wege eröffnet.
Prototypenentwicklung:
- Roguelight (Holzer, Katsnelson & Rohde, Bayreuth) – 100.000 Euro: Ein Roguelike-Dungeoncrawler, in dem Protagonistin Nora mit einer magischen, aufrüstbaren Taschenlampe gruselige Spielzeuge in Albtraumwelten bekämpft.
- The Parallel Existence of Allen McDiggins (The Serious Business Company, München) – 68.000 Euro: Eine kartenbasierte Comedy-Erfahrung, die Improv-Theater-Mechaniken nutzt, um für einen Durchschnittstypen absurde, emergente Storylines zu kreieren.
- Eggspansion (Ironbite Games, Pielenhofen) – 68.000 Euro: Ein entspanntes 2D-Card-Survival-Game, bei dem ihr mit kleinen Dodos fremde Planeten erkundet und Technologien entwickelt, um Eier sicher auf den nächsten Himmelskörper zu bringen.
- One Room Medium (SenAm Games, München) – 66.000 Euro: Ein atmosphärisches Rätselspiel aus der Iso-Perspektive, in dem ihr als Medium verschiedenen Geistern in hochdetaillierten Miniatur-Räumen helft, Frieden zu finden.
- Dwarven Industry (Abduct Media, Nürnberg) – 60.000 Euro: Ein humorvolles 4-Spieler-Koop-Spiel in VR, das euch das Chaos einer Zwergenwerkstatt managen und Werkzeuge, Waffen sowie Möbel schmieden lässt.
- Orbit Oddities (MobiusCode, München) – 49.000 Euro: Ein narratives Sci-Fi-Adventure, das sich wie eine spielbare Sitcom anfühlt und den kuriosen, oft schwerkraftlosen Alltag einer Raumschiff-Crew auf die Schippe nimmt.
Konzeptentwicklung:
- Dustpunk (Active Fungus Studios, München) – 30.000 Euro: Ein in der Unreal Engine 5 gebauter Survival-City-Builder, der den Bau vertikaler Städte mit einem gnadenlosen Mechanik-Dilemma zwischen Wasser und Energie verbindet.
- Music Universe (Yousician, Berlin) – 30.000 Euro: Ein mobiles Rhythm-Game, das jungen Menschen beibringt, auf einer echten Gitarre zu spielen, während sie parallel musikalische Kreaturen sammeln.
- Anarchy Supreme Survivor (MadJesterStudios, Kempten) – 20.000 Euro: Ein Koop-Survivor-Like für bis zu vier SpielerInnen, das komplett auf Waffen verzichtet und im Kampf gegen Gegnerhorden stattdessen auf Bewegung und kreatives Teamwork setzt.
- Beet It (BuhGames, Kempten) – 20.000 Euro: Ein cleveres Rätselspiel rund ums Farming, bei dem echte biologische Regeln wie Nährstoffkonkurrenz und natürliche Schädlingsabwehr spielerisch zur Anwendung kommen.
- Lift Boy (Knidaria Games, Castell) – 20.000 Euro: Ein mysteriöses Anomalie-Puzzle-Game in der Ego-Perspektive, in dem ihr als Liftboy in einem Grand Hotel der 1920er-Jahre skurrile Gäste und teils gefährliche Pakete manövriert.
- Space Frames (Fluppisoft, Neubiberg) – 20.000 Euro: Eine riesige 3D-Industriesandbox, in der ihr Kraftwerke, Maschinen und Infrastruktur frei in einer stillgelegten Anlage konstruiert und testet.
- Worlds Unwritten (Andreas Mader und Michael Freundorfer, Unterhaching) – 20.000 Euro: Ein klassisches 4X-Strategiespiel, bei dem das Kartieren der Spielwelt und das Schreiben einer individuellen Geschichte im Zentrum der Erfahrung stehen.
Weitere Informationen zur bayerischen Förderlandschaft und den detaillierten Vergaberichtlinien findet ihr auf der offiziellen Webseite des FFF Bayern.
Quelle: Pressemitteilung und Vergabeentscheidung des FFF Bayern vom 15. Juli 2026
