Destiny, Anthem und Co.: Die neuen Heiligen werden gestürzt

Quelle: Bungie

Spirituelle Begriffe und Symbole halten Einzug in die Games-Branche: Anthem, Destiny, Halo Infinite. Sie kamen als neue Heilsbringer mit endlosen Inhalten im Tausch für langwieriges Grinding und nicht existente Storys. Doch ihr Ende ist nahe. Amen!

Ich spiele selten First-Person-Shooter und schon gar nicht online. Trotzdem sind es gerade Battlefield 5 und Call of Duty Modern Warfare, die mir Hoffnung für die nahe Zukunft der Games-Branche machen, zumindest den AAA-Bereich betreffend. Aktuelle Titel zwei der größten Marken der Industrie verzichten auf einen Season Pass, kostenpflichtige Maps und CoD bietet sogar Cross-Play zwischen PC und Konsolen.

Eine Hymne auf das Schicksal

Anthem und Destiny stehen wie kaum ein anderes Spiel für Games-as-a-Service. Dass Halo Infinite in eine ähnliche Kerbe schlagen wird, ist nur eine Vermutung meinerseits. Der Esoterische Name lässt es aber befürchten. Viele andere fortlaufende Games haben eher den Charakter von Sportspielen (Fortnite, Overwatch, DOTA) und müssen deshalb keine ausgefeilte Story haben. Anthem und Destiny wurden aber anstatt eines Spiels mit klassischer (Einspieler-)Kampagne entwickelt.

Ich sage nicht, Loot-Shooter sollen vom Markt verschwinden. The Division 2 beispielsweise scheint gut anzukommen. Ich sage nur, es macht traurig zu sehen, wie talentierte Studios (Bioware, Bungie, Bethesda) immer mehr Games-as-a-service herausbringen und ihre anderen Projekte vernachlässigen. Ohne Anthem wäre Mass Effect Andromeda vermutlich ein gutes Spiel geworden, ohne Fallout 76 gäbe es noch in diesem Jahrzehnt ein neues The Elder Scrolls oder “richtiges” Fallout.

Aber wie gesagt, die Hoffnung ist da. Entwickler und vor allem Publisher werden für unfertige Games abgestraft, die auch nach einem verbockten 60€-Launch immer wieder Geld von den Spielern fordern, statt auf die Forderungen der Community einzugehen. Misserfolge wie Star Wars Battlefront 2, Fallout 76 und Anthem zeigen, dass sie nicht mehr mit allem durchkommen. Und das entfaltet Wirkung. Langsam.

Publisher werden immer wieder versuchen, ihre Spiele möglichst lukrativ zu gestalten und Modegenres hinterherjagen. Das ist auch okay, solange sich das Portfolio die Waage hält. Zuletzt war das bei vielen Firmen nicht mehr gegeben und sie haben die Quittung dafür bekommen. Wenn die großen Publisher bei ihren wichtigsten Marken auf unbeliebte Monetisierungen verzichten, ist das ein gutes Zeichen. BF5 und CoD MW sind hoffentlich nur der Beginn.